Wenig Deals trotz himmlischer Stimmung

Am 11. Februar 2011, in Investments, von Jan Franke

Die privaten Wagnisfinanzierer in Deutschland blicken optimistisch in die Zukunft. Ihre Kassen sind gut gefüllt, ihr Interesse an neuen Unternehmensbeteiligungen wächst. Trotzdem nehmen sie nur wenige Startups unter ihre Fittiche. Eine Kapitalspritze bekommen nur die Gründer, die exakt zum individuellen Investitionsfokus passen. Beliebteste Branchen der Geldgeber sind derzeit Umwelttechnologien, Medizintechnik und E-Business.

Was für ein Finale! Das Jahr 2010 endete für die privaten Wagnisfinanzierer in Deutschland mit einer ganzen Reihe von Rekorden. Bei den 31 Teilnehmern des jüngsten Business Angels Panels knallten im 4. Quartal jedenfalls gleich mehrfach die Sektkorken. So bewerteten sie ihre Geschäftslage auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) mit durchschnittlich 5,48 Punkten. So euphorisch waren die Befragten in der inzwischen neunjährigen Geschichte der Umfrage noch nie.

Unerreicht ist auch das zuletzt demonstrierte Interesse der Business Angels an neuen Deals. Jeder Einzelne sah sich knapp acht Gründungskonzepte genauer an. Vor drei Jahren waren es nur halb so viel. Und jeder lud im Mittel 3,5 Teams zu vertiefenden Gesprächen ein – auch ein Rekord! Der langjährige Durchschnitt liegt bei gut 2,5.

Ernüchternd ist allerdings die aus Gründersicht alles entscheidende Zahl der neuen Deals: Nicht mal jeder vierte der Befragten (23 %) hat frisches Kapital für eine Erstrundenfinanzierung locker gemacht.

Die wenigen Finanzierer, die ihr Portemonnaie zugunsten von Gründern geöffnet haben, griffen vergleichsweise tief hinein: Im Durchschnitt ließ jeder Umfrageteilnehmer knapp 49.000 € springen. Das ist mehr als in den beiden Vorquartalen zusammen. Höher war die Summe zuletzt im 1. Quartal 2009. Pro Deal flossen zuletzt durchschnittlich gut 84.000 €.

Beste Chancen auf einen himmlischen Geldsegen haben derzeit die Anbieter von Umwelttechnologien. Gerne unter Engelsflügel genommen werden außerdem Startups aus den Branchen Medizintechnik, E-Business, Neue Materialien und Energie. Weniger beliebt bei den Investoren sind Hardwareentwickler, Finanzdienstleister und Chemiker.

Über weitere Ergebnisse des Panels berichten die VDI nachrichten, in der Ausgabe vom 11. Februar. Hintergründe zum Panel und die Resultate früherer Befragungsrunden sind auf obiger Seite auch online verfügbar.

 

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