Ostern ruhig und besinnlich feiern? Nichts da! In der Thüringer Gründerlandschaft hat sich auch über die Osterfeiertage einiges bewegt! Und damit Sie nicht “Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!” entgegnen müssen, wenn Sie darauf angesprochen werden hier ein kurzer Newsroundup.

von Jan Franke

E-Mobility-Valley Mitteldeutschland?

Nachdem mit der Q-Cells-Pleite die Sonne für Solarhesteller offenbar langsam untergeht, wird wohl deutlich, was ich meinte, als ich bereits vor einem Jahr in Bezug auf Clusterförderung, wie sie z.B. im “Solar Valley” erfolgte, von einer “Gefahr … vergleichbar mit der Monokultur in der Landwirtschaft” geschrieben habe.

Die Pleite eines einzigen Unternehmens verkraftet eine Region eben besser, als wenn sämtliche Unternehmen in kurzer Zeit wie Dominosteine umfallen. Die Politik hat aber inzwischen schon ein neues Lieblingsthema gefunden: Nach Solarenergie kommt die Elektromobilität! Thüringen und Sachsen-Anhalt bewerben sich in einem Bundeswettbewerb, die “Schaufensterregion Elektromobilität” zu werden.

Dafür wurde bereits eine hübsche Website gekauft und Wirtschaftsminister Machnig erläuterte: “Elektromobilität ist eine Zukunftstechnologie und ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Mitteldeutschland kann auf diesem Gebiet Vorreiter in Deutschland werden.”. Im Wettbewerb befinden sich 22 Regionen von denen drei bis fünf einen Teil der  180 Mio. Euro erhalten werden. Die Entscheidung Ende April in Berlin.

 

Jenaer Start-Up baut Elektroauto

Schon bevor über die Förderung überhaupt entschieden ist, haben ein paar Gründer einfach schonmal angefangen: Die Innovative Mobility GmbH aus Jena baut ein Elektoauto. Es soll ein batteriegetriebener Einsitzer werden, der 2014 für rund 8000  EUR erhältlich sein wird. Das Fahrzeug soll dabei einen normalen Benziner nicht ersetzen, sondern eine Ergänzung sein, vor allem zum Pendeln für Arbeitnehmer oder etwa bei Firmen­flotten oder Lieferdiensten. 120 Kilometer schafft das Fahrzeug, das derzeit im TIP in Jena entwickelt wird. Derzeit wird es jedoch noch nicht mit Strom betrieben, sondern arbeitet mit einem Verbrennungsmotor, auf Basis von Geld aus den Töpfen der bm-t und der Müncher Risikokapitalgesell­schaft BambooVentures.

 

SecondSol erhält Wachstumskapital

Geld von der bm-t gibt es übrigens auch für SecondSol, einer Internetplatform für gebrauchte Solarkomponenten. Nein – es handelt sich hierbei nicht etwa um die Transfergesellschaft für Q-Cells! Der  Webbasierte PV-Zweitmarkt SecondSol bietet Käufern und Verkäufern die Möglichkeit, Solarkompo­nenten untereinander zu handeln. Neben gebrauchten Produkten aus Versicherungsfällen und dem Repowering von PV-Anlagen, konzentriert sich SecondSol vor allem auf die Vermarktung von B-Ware, Restposten und Lagerbestände der Herstellern und Gro­ßhändler.

 

Zentralisierung der Gründerszene

Nachdem ein Consultingunternehmen in einer “Potentialanalyse Kreativwirtschaft” die Landesregierung mit der überraschenden Erkenntnis: “Kreativwirtschaft findet nicht nur in alten Fabrikgebäuden statt.”, wachgerüttelt hat, wurde nun beschlossen in bester Lage der Weimarer Innenstadt ein Zentrum zu bauen, dass “Kristallisationspunkt für die Kreativbranche” (sic!) werden soll.   Das neue ca. 2500 Quadratmeter große Gebäude ist ein Projekt der STIFT und wird rund 5,7 Millionen Euro kosten. Das Wirtschaftsministerium fördert es mit rund 4,9 Millionen Euro. Der Bau beginnt im April 2012, die Fertigstellung ist für Herbst 2013 geplant. Das neue Zentrum ist ein Baustein in einer Förderstrategie für die Kreativwirtschaft. Damit versucht das Land, Kreative, die es oftmals in große urbane Zentren zieht, in der Region zu halten. Durchschnittlich gibt es im Land immerhin ca. 18 Gründungen in dieser Branche pro Jahr.

 

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