Sensationell, was auf dem Business-Angels Tag 2012 vom Europäischen Investitionsfonds vorgestellt wurde: Eine Möglichkeit für deutsche Business Angels, ihr eingesetztes Kapital zu verdoppeln. Im Gegensatz zu anderen Co-Investments-Angeboten funktioniert das ganze vollkommen unbürokratisch. Nachdem eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet wurde, verwaltet der Business-Angel das Geld quasi treuhänderisch und investiert es 1:1 mit eigenem Kapital vollkommen selbstständig. Eine Möglichkeit die oftmals geringe prozentuale Bedeutung des Business Angels gegenüber anderen institutionellen Investoren zu erhöhen.

von Jan Franke

Der European Angels Fund (EAF) ist ein Co-Investitionsfonds, der Business Angels und anderen nicht-institutionellen Investoren Eigenkapital zur Finanzierung innovativer Unternehmen zur Verfügung stellt. Durch die bereitgestellten Co-Investitionsmittel erhöht der Fonds die Finanzkraft der Business Angels und unterstützt damit die Finanzierung innovativer Unternehmen in ihrer Gründungs-, Früh- oder Wachstumsphase. Im Mittelpunkt des European Angels Fund stehen Investitionsziele und –mentalität der Business Angel.

Um dies auch in der Praxis zu gewährleisten, genießen die Business Angels das größtmögliche Maß an Autonomie bei ihrer Entscheidungsfindung und dem Management ihrer Investitionen. Der European Angels Fund startet zunächst in Deutschland. Er wurde in enger Kooperation mit dem Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) und dem ERP-EIF Dachfonds entwickelt und wird vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) gemanagt. Die Aktivität des Fonds soll sukzessive auf weitere europäische Länder und/oder Regionen ausgedehnt werden und künftig auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Business Angeln unterstützen. Des Weiteren wird er dazu beitragen, Business Angels und Family Offices als attraktive Anlageklasse in Europa zu etablieren.

Die Bedingung für einen Einstieg des EIF: Es werden mindestens 250’000 Euro durch den Business-Angel bereitgestellt, die der EIF 1:1 spiegelt. Möglich sind bis zu EUR 5 Mio., was hierzulande wohl eher unrealistisch sein dürfte.

Daneben müssen Business Angels Zugang zu erfolgversprechenden Investments und überzeugende Expertise nachweisen, die sie auch schon durch erfolgreiche Investments belegen können.

Die Bedingungen einer Kooperation lesen sich quasi wie ein Blankoscheck:

  • Es besteht keine Verpflichtung, die Mittel tatsächlich zu investieren, sondern lediglich eine Co-Investitionsverpflichtung falls ein Investment durch den Business Angel eingegangen wird.
  • Kein Cherry-Picking: Es können bestimmte Bereiche (z.B. IKT) ausgewählt werden, für die eine Co-Investitionspflicht besteht. Für andere Bereiche, in denen der BA z.B. strategische Investments durchführen will (z.B. Biotechnologie) gilt diese Pflicht dann nicht. Um Cherry Picking durch den Business-Angel auszuschließen, müssen dann aber alle Investments in den gemeinsamen Bereichen 1:1 gemeinsam mit den EIF-Mitteln erfolgen
  • Keine Abstimmung vor einem Investment
  • Halbjährliches Reporting an den EIF über ein standardisiertes Excel-Sheet mit wenigen Angaben (Was wurde investiert? Wie viel … etc.)
  • Alle Kosten werden anteilig mitgetragen, der EIF zahlt keine Managementgebühr aber eine Gewinnbeteiligung.


Weitere Informationen und die Bedingungen gibts hier, ein Video vom Vortrag zum BA-Tag in dem alles ausführlich erklärt wird hier.

 

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


sieben + = 8

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>