Welcher Gründer denkt schon gern ans Scheitern? Wohl kaum einer. Und wer spricht schon gern darüber? Dito. Um der Gefahr des Scheiterns die Stirn zu bieten, ist  Augen zu und durch ganz sicher nicht zu empfehlen. Im Gegenteil: Das Wissen um mögliche Gründe des Scheiterns und genaues Hinsehen sind angebracht-frei nach dem Motto Gefahr erkannt-Gefahr gebannt.

Eine hervorragende Wissensquelle hierfür bietet das Gründungspanel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel steht erstmalig für Deutschland eine Datenbasis zur Verfügung, welche Unternehmensgründungen über mehrere Jahre verfolgt und gleichzeitig ein breites Spektrum unternehmens- und gründerspezifischer Informationen bereitstellt. Für das Gründungspanel werden jährlich rund 6.000 neu gegründete und junge Unternehmen befragt.

Zu den Ergebnissen der Studie gehört, dass rund 40 % der jungen Unternehmen nach etwa 5 Jahren Geschäftstätigkeit wieder vom Markt verschwunden sind. Zu den Ursachen gehören sowohl gründer- als auch unternehmensspezifische Merkmale .

Zu den gründerspezifischen Merkmalen:

Die Schließungen junger Unternehmen erfolgten aus persönlichen Gründen und somit ohne wirtschaftliche oder finanzielle Not. Beispielsweise konnten die Gründer mit ihrem Unternehmen keine für sie ausreichende Entlohnung erzielen, die familiären, gesundheitlichen oder persönlichen Belastungen wurden als zu stark empfunden, die Gründer wollten Zwistigkeiten im Management beenden oder das im Zuge ihrer unternehmerischen Tätigkeit einzugehende Risiko vermeiden. In der Studie wird die Vermutung angesprochen, dass ein Gutteil der Schließungen aus persönlichen Gründen bereits in Antizipation von zukünftigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten erfolgte und so eine kostenträchtigere Liquidation infolge einer Notlage vermieden wurde.

Zu den unternehmensspezifischen Merkmalen:

Hier spielt teilweise das Alter der Unternehmen eine Rolle. Beispielsweise ist die Branchenerfahrung der Gründer  nach der Gründung von hoher Bedeutung für das Überleben. Diese Wirkung wird aber mit zunehmendem Alter der Unternehmen – also mit steigender Erfahrung auch bei Gründung unerfahrener Gründer – schwächer.

Unternehmen, die in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft geführt werden, haben eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als andere junge Unternehmen.

Die Nutzung von Fremdkapital zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit scheint kein Indikator für ein höheres Schließungsrisiko zu sein.

Wenig überraschend ist die negative Wirkung von Finanzierungsschwierigkeiten auf das Überleben der jungen Unternehmen. Die Höhe des eingesetzten Startkapitals spielt für das Überleben nur in den ersten beiden Jahren am Markt eine Rolle.

FuE-Aktivitäten haben keinen Effekt in den ersten vier Geschäftsjahren, entfalten allerdings im folgenden Jahr deutlich positive Effeke. FuE-Treibende legen die Basis für ein erneuertes Produktangebot und sichern somit das weitere Bestehen am Markt.

Für Unternehmen ab dem fünften Geschäftsjahr steigt mit wachsender Beschäftigtenzahl das Risiko, aus dem Markt auszutreten. Hier ist zu vermuten, dass nach einer gewissen Etablierung am Markt die Phase der Bewährung und Konsolidierung für die Unternehmen eintritt. Kommt es zu Schwierigkeiten, dann verursachen Beschäftigte zumindest kurzfristig Fixkosten, die nicht ohne Weiteres zu senken sind. Aber auch eine geringe Persistenz im Beschäftigtenstand birgt Risiken.

Quelle: http://www.gruendungspanel.de/

 

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