Ron A. Hillmann

Es sind Netzwerke. Schwarmintelligenz, also kollektive Business-Intelligenz. Business Angels vertrauen untereinander den Empfehlungen im Inner Circle“, so Ron Aron Hillmann im Interview zur Investoren-Szene der Haupstadt.

 

Hallo Herr Hillmann, bitte stellen Sie sich, Yachtico und Berlin Venture Partners kurz für unsere Leser vor.

RAH: Die Yachtcharter-Suche YACHTICO.com ist kein Tagesgeschäft von mir. In den Anfängen übernahm ich den Aufbau der Marketingkanäle wie PR und Online Marketing. Nun bin ich seit Sommer 2013 als aktiver Business Angel bzw. Investor engagiert. Die Buchungsplattform wird mittlerweile international wahrgenommen und taucht gerade in der US-Presse immer wieder unter den Kandidaten auf, die den Markt weltweit aufrollen könnten. Es handelt sich dabei um ein typisches Startup, dass über eine hohe Finanzierung oder einen Strategen aus den USA die Internationalisierung über die Marketingkanäle online rocken kann. Der CEO ist fit, die internationale IT hat die Booking Engine auf ein ansprechendes Level gebracht, das Inventory (Angebote) ist unique aufbereitet und Yachtico damit weltweit der größte Player hinsichtlich der Anzahl buchbarer Boote/Yachtcharter. Bekommt diese Company eine ordentliche Finanzierung der Serie A gestemmt, dann sehe ich da einen kommenden Star. Aber da spielen noch viele andere Faktoren mit. Warten wir es ab.

Berlin Venture Partners (BVP) entstand eher aus einer Nebentätigkeit. 2004 gründeten Arend Iven und ich zusammen die Internetagentur Iven & Hillmann (jetzt zugehörig zur Publicis Groupe über LBi). Unsere Services im Online Marketing waren gefragt bei Kunden wie ImmobilienScout24, eBay, Jamba und natürlich auch bei Startups in der Frühphase. Da diese jungen Companies Finanzbedarf hatten und wir eine florierende Agentur, gingen wir das Wagnis mehrerer Investments als Business Angels ein. Irgendwann entschieden wir uns für das Bündeln einiger unserer Beteiligungen unter einer eigenen GmbH, der BVP Berlin Venture Partners GmbH.

 

Wie verlief Ihr Werdegang in die Startup-Szene und welche Meilensteine würden Sie heute besonders hervorheben?

RAH: 1999 las ich „Net Gain: Expanding Markets Through Virtual Communities“ in der Zeit eines Studentenjobs in meinem ersten Startup Astromo, einer Art Letsbuyit, welches Pooling bzw. Einkaufsgemeinschaften im Sektor Strom realisierte. Übrigens Tür an Tür mit Alando (später eBay).

Ich erkannte, dass man erst eine Community aufbauen muss, um dann eCommerce/Abverkauf anzudocken. Meine Erkenntnis dieser US-amerikanischen Literatur schrieb ich dann an einige meiner Bekannten und kam dadurch auf Empfehlung zu Martin Sinner, wo ich als Interimsmanager Online Marketing in der Gründungsphase für Idealo tätig war. Da ich kein Gesellschafter und die Stadt im Hype der Startups durch Gründer-Clubs und Veranstaltungen wie Silicon City oder First Tuesday war, gründeten wir kurzerhand Berlin Startup als aktive Plattform für die Berliner Szene mit Fokus PR, OM und IT für alle „Internet-Verrückten“ – auch ohne Gesellschafterstatus. Legendär war bspw. die erste bunte Zusammenkunft von ca. 20 Startup-Teams zum Beachvolleyball. Als stellvertretender Vorstand des Vereins Berlin Startup war ich danach gut vernetzt.

Dazu kamen dann 2000 mit Eintritt bei ImmobilienScout24 Spezialisierungen in die zu dieser Zeit neuen Marketing-Kanäle. Ich nannte mich Guerilla Marketing Manager. Die Gründer Marianne Voigt, Arnd Kwiatkowski und Jürgen Böhm vertrauten mir. Zuerst waren es Bannertausch und Online-Gewinnspiele, die im Netz dem eigentlichen Business Aufmerksamkeit brachten. Im Anschluss begann ich mit dem Affiliate-Marketing und lernte SEO-Traffic hinsichtlich Performance, bzw. Vertrieb zu werten. Mit Eintritt von eSpotting/Miva, Yahoo/Overture und Google Adwords in den deutschen Markt kam dann meine Zeit als SEM-, PPC- bzw. SEA-Experte. Zwischendurch versuchte ich mich parallel im Inkubator von Karstadt/Quelle mit einem Shopping-Club. Leider wurde wegen der My-World-Geschichte das Company-Building für den Versender uninteressant. Weiterhin hatte ich neben ImmobilienScout24 meine Berater-Jobs bei Zanox bspw., um für Jamba/Jamster das Bidmanagement zu entwickeln, welches ich dann später für Jamba/Jamster-Kampagnen als Agentur international einsetzte.

Mit der Gründung der Agentur 2004 war ich praktisch selbst Inhaber eines Startups, welches im Startup-Umfeld seine Kunden akquirierte. Den ersten Auftrag vermittelte uns damals Florian Heinemann bei einem Startup in Buenos Aires, welches mittlerweile eBay gehört. Wir haben danach viele Startups begleitet, die mittlerweile durch große Exits gingen wie bspw. ImmobilienScout24 (Scout24), Jamba, Zanox, XING, brands4friends oder blau.de.

 

Mit Yachtico und Ihrer umfangreichen Tätigkeit als Business Angel sind Sie ein vielbeschäftigter Mann – trotzdem haben Sie in den letzten Monaten einen Sabbatical eingelegt. Wie haben Sie die freie Zeit genutzt?

RAH: Freie Zeit? Gott bewahre! Ich brauchte unbedingt einen persönlichen Relaunch. Mittlerweile habe ich drei Kinder und den Hausbau beendet. Mit 92 Kilo Gewicht und gefährlichem Bauchfett war ich Kandidat für einen schnellen Abgang von dieser Welt. Downsizing in vielerlei Hinsicht war angesagt, um gerade auch den Rollen als Mann, Familienvater, Partner in der Beziehung und Freund in meiner Sozialwelt gerecht zu werden.

Es mussten finanzielle Fragen gelöst werden: Wie viele Lebensversicherungen zur Altersversorge sind als Entrepreneur überhaupt wichtig bzw. ist deren Erfolg derzeit noch sicher – wenn man doch selbst aktiv sein Geld verwaltet? Warum zwei Sportwagen, wenn man mit dem Geld unternehmerisch investieren kann? Brauche ich noch Shares an Companies, die mir keine Reports zusenden und nach drei Jahren maximal 10 Mitarbeiter haben? Kann man da eventuell über Secondaries verkaufen?

Ich musste mir wirklich wieder den Überblick verschaffen und Dinge tun, die mir neben der Arbeitswelt wichtig sind. Mich interessieren neuerdings Geopolitik und Philosophie. Ich habe meine Ernährung umgestellt, trainiere Muay Thai, golfe und mache endlich mal meinen Segelschein. Man kompensiert durch einen Sabbatical einfach den ehemaligen Workaholic durch radikale Veränderungen. Glücklicherweise bin ich an Hartwig Marx geraten. Einen Vorstands-Coach und Berater, der in Berlin Kult und sogar bei DAX-Unternehmen gut gebucht ist. Bei ihm bin ich auch gerade in der Ausbildung für systematisches Coaching.

 

Viele Menschen nutzen einen Sabbatical auch um mit gewissem Abstand den Fokus neu zu setzen – wo liegt Ihr Hauptaugenmerk in den nächsten Monaten? Yachtico, Management Ihrer Beteiligungen oder ein ganz anderer Bereich?

RAH: Ich nutze die Zeit noch für meine Kinder. Mein jüngster Sohn ist vier Jahre alt. Er benötigt noch die Bindung zu seinem Vater. Bis zum Herbst will ich mich also noch viel auf meinen Nachwuchs konzentrieren. Mit dem Management des persönlichen Portfolios für die Altersvorsorge bin ich durch. Ich befasse mich mit neuen Aufgaben.

Momentan bin ich viel mit der Idee beschäftigt, als eventueller Co-Founder Gründungen mit Bedarf nach Series A und höher mit Business Angels und gepoolten Netzwerken über einen möglichen Fond zu verbinden, dessen Initiatoren aus dem Umfeld Family-Office und EU-Förderung kommen. Wir „stricken“ da gerade bei der Club Deal an entsprechenden Möglichkeiten.

Dazu spezialisiere ich mich im Bereich Media Monitoring, um die Themen Reputation und Brand mit Performance und Wettbewerbsverdrängung zu verknüpfen, damit sich meine Erfahrungen im Online Marketing weiter vervollständigen. Ich bin ein Fan von Tools und Dashboards wie Sistrix, onpage.org, ubermetrics, similarweb, Nielsen NetRatings & Co..

Weiterhin werde ich viele Startup-Präsentationen screenen, Inhaber von Monitoring-Technologie treffen und mir ihre Verkaufspräsentationen bei Kunden vor Ort ansehen. Und dann sind da noch einige Bücher ungelesen sowie das Thema Coaching nicht abgeschlossen.

 

Mittlerweile sind Sie seit mehr als 10 Jahren als Business Angel aktiv und haben u. A. Delivery Hero, Brands4Friends und Mister Spex auf ihrem Weg begleitet. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

RAH: Lustig, dass Sie diese drei Unternehmen ansprechen. Da fällt mir spontan Lukasz Gadowski ein. Auf einer Party hörte ich, dass es einen Shopping Club aus Berlin geben soll, wo erfolgreiche Gründer wie Christoph Maire, Oliver Jung oder Kolja Hebenstreit an Bord sind. Ich rief Lukasz Gadowski umgehend  an und verkaufte meine Erfahrungen im Bereich Fashion für eine Beteiligung. Er sicherte mir sofort Gründer-Shares aus seinem Pool zu. Völlig unkonform. Zu Mister Spex wurde ich durch Lukasz eingeladen an einem Brainstorming teilzunehmen und kam mit der Zusage einer Beteiligung nach Hause. Bei Delivery Hero bzw. Lieferheld wollte ich mein Engagement eigentlich klein halten. Doch dann kam halb fünf Uhr nachts an einem Sonntag im Mai 2012 der Anruf aus LA von Lukasz. Und ich zeichnete ein weiteres Ticket. Die drei genannten Beteiligungen sind also von Spontanität bestimmt gewesen.

Andere Beteiligungen kamen regelmäßig durch perfekte, proaktive Ansprachen der Gründer selbst. Agenten/Vermittler haben wir grundsätzlich abgelehnt. Uns war eher wichtig, wer im Bekanntenkreis der Business Angels eine Art Deal Captain übernehmen wird. Heutzutage lesen wir aber auch eMails institutioneller Corporate Finance Firmen oder hier in Berlin bspw. die Anfragen der Investitionsbank Bank Berlin.

Anzumerken sei aber auch noch, dass viele Business Angels sich über die Plattform AngelList informieren und dann auf Bekannte zugehen, die bereits zeichneten. Ein Trend, der sich gerade durchsetzt.

 

In Thüringen gibt es durchaus eine große Investitionsbereitschaft verschiedenster Business Angels, doch oftmals mangelt es an innovativen Ideen und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen. Welche Tipps können Sie geben, um an vielversprechende Investments zu kommen?

RAH: Es sind Netzwerke. Schwarmintelligenz, also kollektive Business-Intelligenz. Business Angels vertrauen untereinander den Empfehlungen im Inner Circle. Mein Beispiel Berlin. Man lebt in einer Art Parallelwelt. Ich nenne es den Torstraße-Effekt. Man wohnt in der Nähe der Torstraße in Berlin Mitte oder Prenzlauer Berg. Die Kinder gehen gemeinsam in die internationale Berlin Metropolitan School. Im Umfeld hat man sein Office. Man diniert im Borchards, Grill Royal, Pantry, Kuchi oder feiert im Weekend, King Size, Melody Nelson oder bei Cookies. Fitness wird im SOHO Club als Global Member betrieben, da man sich dann auch gerne mal in Miami, New York oder London im Urlaub oder bei Konferenzen begegnet.

Man “matcht“ sich also permanent und beratschlagt sich so per Austausch nebenbei, z. B. ob Absolventen der WHU, HHL oder HSG gerade ein Pitch Deck in Umlauf brachten oder aber eine besonders disruptive Technologie bei AngelList auftaucht. Ohne Netzwerkpflege geht in Berlin sehr wenig. Man spricht gern von einem einfachen Ökosystem, wo Business Angels mit Hintergrund Unternehmensverkauf in Berlin wieder in Startups investieren. Ich glaube aber, dass es mittlerweile viel komplexer geworden ist.

Veranstaltungen: zu empfehlen sind in Berlin der Besuch der HEUREKA, die Berlin 2.0 und das CEO Dinner für den direkten Austausch. Weiterhin: der Unternehmertag von Conny Burch am Tegernsee oder in London die Teilnahme an der NOAH. Gefühlt ist die Londoner Veranstaltung schon eher ein deutsches Event.

 

Im Rahmen eines Interviews mit dem Venturate Magazin (Anm: Kommentar unter dem Beitrag) haben Sie einige deutsche Startup-Köpfe, u. A. die Samwers (Rocket Internet), Ehssan Dariani (studiVZ) oder Florian Heinemann, (Project A Ventures) als Investoren mit einem guten Gespür für erfolgreiche Investments beschrieben. Welche besonderen Eigenschaften heben sie von anderen Kapitalgebern ab?

RAH: Die genannten Köpfe kommen bspw. von der HSG oder der WHU und pflegen ihr Netzwerk. In Berlin kommen noch viele weitere Unternehmer dazu, welche als Business Angel tätig sind. Ob Christian Vollmann, die Heilemann-Brüder, Robert Maier, Michael Brehm oder Thomas Hessler – alle sind durch gemeinsame Invests, gemeinsame Arbeit/Kooperationen oder durch das Alumni-Netzwerk der Unis oder vorangegangener Jobs bei Unternehmensberatungen sowie Investment-Banken verbunden.

 

Ihr Investment-Fokus geht heute über Startups in der Seed-Runde hinaus, welche Erfahrungen haben Sie in diesem Zusammenhang mit klassischen institutionellen VC’s gemacht?

RAH: Als Business Angel versuche ich privat lieber bei den großen Runden auszusteigen, wenn die Player ins Spiel kommen. Es ist immer das Spiel der Share Classes. Gehe ich mit und schütze mich vor Verwässerung? Oder steige ich aus, weil ich die nächsten Runden finanziell nicht mitziehen kann?

Realisieren finde ich persönlich wichtig. Die klassischen institutionellen VC’s haben ja die Macht der Wahl. Die Institute von damals sind in ihren Fonds so gewachsen, dass sie oft nur an sichere Later Stage Deals gehen, dessen Geld das Wachstum oder die Internationalisierung geprüfter Modelle mit guten Umsätzen finanziert. Es gibt einen wirklichen Series A Crunch derzeit. Es fehlt Early Stage. Wer mit der Finanzierungsrunde A durchkommt, wird natürlich von der überschaubaren Anzahl der großen VC’s gescreent, die ihre Position bestens kennen. Das bedeutet, dass es Meilensteine für Tranchen oder Liquiditätspräferenzen zur Absicherung gibt, welche für „kleine“ Business Angels nicht mehr zu steuern sind.

Aber die großen VC’s bringen ja auch das Geld für einen schnellen Exit oder IPO mit, sodass auch BA’s sehr gut profitieren. Es gibt folglich die unterschiedlichsten Szenarien. Gerade gab es für den US-Markt eine Gegenüberstellung der letzten fünf Jahre der Finanzierungen von Seed und VC (http://tomtunguz.com/hot-sectors-2014/) auf Basis von CrunchBase. Da gehen in manchen Branchen die Vorlieben auseinander bzw. finanzieren VC’s nicht immer in die Trends der Seed-Investoren.

 

Im letzten Jahr wurden verstärkt Rufe nach einem neuen Technologie-Börsensegment („Neuer Markt 2.0“) laut, um Unternehmen in der Wachstumsphase einen leichteren Zugang zu Wagniskapital zu ermöglichen. Wie schätzen Sie das Thema ein?

RAH: Da bin ich noch völlig desinformiert. Die Sitzung im April an der Frankfurter Börse dazu war eher geschlossen. Die Liste der teilnehmenden Kandidaten für einen möglichen IPO wurde nicht veröffentlicht. Wenn es gut vorbereitet wird, kann es zum probaten Mittel für Wachstumsunternehmen werden – wenn auch der Anleger vor schnellen Ausstiegen der Gründer, VC’s und Großaktionäre. abgesichert ist.

 

Sie sind sicher immer auf der Suche nach spannenden Ideen und aussichtsreichen Projekten. Welche Trends sehen Sie in 2014? Was muss ein Gründer(team) mitbringen, um Sie von einer Beteiligung zu überzeugen?

RAH: Momentan ist der Markt kaum noch überschaubar. Gefällt Dir eine Idee, dann hörst du binnen weniger Wochen, dass da bereits mehrere Teams daran arbeiten. Spannend finde ich das Übertragen erfolgreicher Internet-Modelle in APAC-Länder oder allgemein in Richtung südliche Erdhalbkugel – in Nationen, die sich gerade flächendeckend mit dem Zugang zum Netz versorgen. Wenn Gründer dann Erfahrungen bzw. Track Record aufweisen können und bspw. einem Alumni-Netzwerk mit erfolgreichen Unternehmern angehören, dann weckt das mein Interesse.

Geht es um Innovationen und Technologie, dann will ich immer wissen, ob die anderen Business Angels vom Fach sind. Sind es Lösungen, die eine erkennbare lokale Nachfrage bedienen welche ich sofort selbst begreife, dann prüfe ich hier nicht den Milliarden-Markt. Aber je kleiner die Nische, desto schneller wird man Marktführer. Privat interessieren mich kleinere Sachen die durch Banken nicht finanziert werden, aber meinen Alltag durchaus konfrontieren. Da besonders, wenn bspw. der Markplatz mit eigenem Inventar teilweise bestückt werden kann.

Mich interessieren auf internationaler Ebene vor allem Themen wie die Gesundheit und das Reisen. Besser gleich beides in einem Modell. Verbesserung der Lebensqualität in allen Facetten ist das Thema. Ob es ein neuer Herzkatheter ist, der die teure OP-Zeit reduziert und damit auch für mehr Menschen zugänglich wird, oder aber ein Business was wirklich Bauchfett reduziert. Und Schönheit allgemein nicht vergessen. Der Reisemarkt befindet sich gerade wieder im Umbruch. Die bekannten Buchungsmaschinen sind kein echter Berater für Individualität und konkrete Bedürfnisse. Ich bin da ein Fan der Business News von Skift.com.

Bildung ist ein weiteres wichtiges Thema für mich. Unsere Zeit denkt gerade nur an den Erfolg von Eliten und an die Privatisierung des Bildungssektors. Leider. Komplexe FinTech-Themen können den traditionellen Margen der Bankenwelt noch eine Menge Markt wegnehmen. Wichtig ist mir die Unabhängigkeit (wenn es das noch gibt) von Google, Amazon, Alibaba & Co. – es sei denn, diese Player könnten neue Modelle für ihr Konstrukt gebrauchen.

 

Erfolgreiche Startup-Investments, besonders in der Frühphase, werden von vielen Faktoren beeinflusst. Welche Tipps können Sie unseren Business Angels mit auf den Weg geben, um zukünftig auf das richtige Pferd zu setzen?

RAH: Grundsätzlich ist nichts sicher, wenn nicht schon im Netzwerk des Business Angels mögliches Potential für Kooperationen, Exits und weitere Beteiligungen besteht. Es gibt extrem viele Startup’s, die die Serie A nicht finanziert bekommen. Wenn dann die Gründer nicht in der Lage sind, mit flexiblen Geschäftsmodellen auf der bisherigen Unternehmensstruktur zu bestehen, dann bricht der monetäre Einsatz ganz weg. Also ganz klar – das Team ist wichtig. Und bei den Gründern bitte auch gestandene Marktexperten bzw. der Faktor Seniorität. Lebenserfahrung kann viele Denkfehler ausschließen. In Deutschland haben wir die Babyboomer von 1963 und 1964. Einer der Gründer sollte sie und ihre Denkweise verstehen können. Seniorität hilft auch hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten, vor allem im Bezug auf die Geschwindigkeit. Es reicht heute einfach kaum noch, dass ein BWLer der Elite-Unis sich mit einem IT-Mann vereint und ein Business startet.

 

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

 

4 Responses to Investorengespräch: Ron Aron Hillmann, Berlin Venture Partners

  1. interessante Zusammenfassung,
    verbinden + wachsen, bis bald :-)

  2. Florian sagt:

    Wow, was für ein geiles Interview. Selten so ein informatives Interview mit einem so klugen Kopf gelesen. Scheint so, dass Ron Hillmann vieles richtig und wenig falsch gemacht hat in seinem (Berufs-) Leben.
    @Ron: Sobald Du mit Deinem Coaching-Studium “fertig” bist oder es offiziell anbietest: Ich wäre der erste der ein Coaching bei Dir bucht!

  3. Vanessa sagt:

    Der Veranstalter des Unternehmertags heißt Conny Boersch, nicht Burch. ;-) Aber sonst ein sehr interessantes Interview! Vielleicht könnte man das als Gastautor zusätzlich auch über Gründerszene oder Deutsche Startups veröffentlichen, damit es noch mehr Reichweite bekommt.

  4. @vanessa

    Danke für den Hinweis. Ich verwechsle das nun hoffentlich nimmer. Hatte mal ein Business mit einem Burch aus Kansas über Jahre.

    Cornelius Boersch wird da sicherlich nur lachen können.

    BG Ron A. Hillmann

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